Straßennamen sollten ehren..

Ratsfraktion

Oelde. In der soeben beendeten Ratssitzung hat die SPD-Fraktion gegen eine Beibehaltung der Straßennamen Wagefeld, Hindenburg, Stehr und Seidel gestimmt. Hier die Stellungnahme des Fraktionsvorsitzenden J.-Francisco Rodriguez:

"Die Mehrheit der Mitglieder der SPD-Fraktion ist zu der Überzeugung gelangt, dass wir mit der Einleitung dieses Verfahrens vor einiger Zeit wohl gemeinsam einen Fehler begangen haben.

Ich kann hier nicht alle Gründe nennen, warum die einzelnen Mitglieder meiner Fraktion gleich mit „Nein“ stimmen werden. Lassen sie mich nur Einiges nennen, was mich dazu bewegt.

Wir sind zu Beginn unserer Ratsperiode verpflichtet worden zum Wohle unserer Stadt zu arbeiten und zu handeln. Die Mehrheit meiner Fraktion hält es nicht dem Wohl der Stadt dienlich, wenn wir Personen, die ein unmenschliches, totalitäres Terrorregime gut geheissen, unterstützt oder gefördert haben mit einer Straßenbenennung ehren.

Ich frage mich auch, wie sich zum Beispiel Ossietzky, Goerdeler, Bonhoeffer und Kästner fühlen müssen in Nachbarschaft eines Verfechters jenes Regimes geehrt zu werden, welches für Ihre Verfolgung, Verhaftung oder Ihrer Ermordung verantwortlich ist.

Ich persönlich kann auch im Gedenken an die unzähligen Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten die diesem Regime zum Opfer fielen nicht einer Beibehaltung solcher Straßennamen zustimmen."

 
 

Kommentare

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Aus der Geschichte lernen

Danke dir lieber Francisco, dass du die sozialdemokratische Position deutlich gemacht und "Flagge gezeigt" hast. Da kann man jetzt wieder einmal stolz sein, Sozialdemokrat zu sein (war in jüngster Zeit nicht immer so sichtbar). Es hätte wg. der Straßennamen der Nazi-Sympies eine breitere Auseinandersetzung geben müssen. Schon im Vorfeld der Entscheidungen. Das Angebot der VHS (in dieser Woche), über Straßennamen zu informieren, kam leider zu spät. Anregung für die SPD-Ratsfraktion: Stellt bitte schon jetzt einen Antrag, die nächste zu benennende bedeutsame Straße in Oelde dem verstorbenen Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass zu widmen. Und damit dessen lebenslange Verdienste um Demokratie, Toleranz und für eine friedliche Welt zu ehren. Josef Krause

Autor: Krause, Josef, Datum: 05.05.2015


Einlassung der FWG zum Thema

Die Einlassung des Herrn Niebusch (FWG), die Entscheidung der SPD als den Versuch zu werten, das "Gutmenschentum" für sich zu reklamieren, sagte wohl mehr über Herrn Niebusch aus als über die SPD. Eine Partei, deren Fraktion sich in letzter Zeit vor jedem Seniorenheim fotografieren ließ, sollte den Begriff "Gutmenschen" denen überlassen, die zwar gerne kritisieren, sich aber in der Regel selbst aus der Politik heraushalten.

Autor: Rainer Fust, Datum: 28.04.2015


 

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