Ein Skandal, der in Deutschland seinesgleichen sucht

Arbeit und Wirtschaft

Hier der Text des Leserbriefes von Frau Maria Reismann und Herrn Bernhard Kemper von der Oelder KAB zum Thema GEA:

"Mit Befremden sieht die KAB Oelde die Entwicklung im GEA-Konzern am Standort Oelde. Wir teilen die Sorge der Mitarbeiter und erklären uns mit ihnen solidarisch. Die GEA betreibt einen Umbauprozess, der in erster Linie den Aktionären dient. Es darf keinen Stellenabbau zu Lasten der Menschen und des Standorts Oelde geben, um Kapitalinteressen zu bedienen. In der Zeit der Globalisierung suchen die Firmen nach immer billigeren Arbeitskräften weltweit und setzen eine Abwärtsspirale in Gang. Der eine Standort blutet für den anderen. Ob die ausgelagerten Arbeitsplätze langfristig erhalten bleiben, muss bezweifelt werden.

Die KAB Oelde erklärt sich solidarisch mit dem Betriebsrat, der unter erheblichem Druck steht, und fordert insbesondere, die Arbeitsplätze in Oelde zu erhalten. Die Unternehmensberatung Accenture organisiert offensichtlich im Betrieb die Einarbeitung der rumänischen und anderer Arbeitskräfte. Dies stellt einen Angriff auf den Betriebsfrieden dar und zeigt die Unverfrorenheit des kapitalbetriebenen Umbaus. Die Arbeitnehmer sollen sich selbst überflüssig machen. Wir nennen das einen Skandal, der in der Geschichte von Unternehmensumstrukturierungen in Deutschland seinesgleichen sucht.

Der geschäftsführende Vorstand der GEA Group Aktiengesellschaft, Jürg Oleas, hat laut Presse geschrieben: ‚Der Erfolg unserer Gruppe hat viele Gründe: allen voran die Menschen bei GEA, die Exzellenz ihrer Arbeit und ihre Motivation.‘ Das jetzige Vorgehen des Konzerns zerstört die Motivation der Beschäftigten, entzieht dem Erfolg des Unternehmens eine zentrale Grundlage und handelt damit gegen eigene Interessen. Aus Sicht der KAB gilt: Die Sozialpartnerschaft und die Mitbestimmung in Deutschland sind für uns ein hohes Gut. Sie sind zwei Standortvorteile, die deutsche Firmen groß gemacht haben. Als KAB halten wir an dem in der Katholischen Soziallehre festgeschriebenen Vorrang der Arbeit vor dem Kapital fest. Wo die Interessen der arbeitenden Menschen verletzt werden, wird die Menschenwürde mit Füßen getreten."

 
 

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