Vertrauen in die Beschäftigten

„Corona ist der Beschleuniger, aber nicht Auslöser der Entwicklung in der metallverarbeitenden Industrie“. Diese Einschätzung gab der Oelder IG Metall Sekretär Robert Bange auf einem Meinungsaustausch Oelder Betriebsräte zu dem die Oelder SPD eingeladen hatte. Der Einladung der SPD waren Rita Dahn als Betriebsratsvorsitzende der GEA Westfalia, Hedwig Jessulat Betriebsrätin bei Miele in Lette, der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Haver und Boecker Dimitri Kitsos, Karola Maas Betriebsratsvorsitzende bei Hammelmann und der Betriebsratsvorsitzende von Tigges in Sünninghausen, Jürgen Rickfelder gefolgt. „Ihr vertretet rund 4200 Oelder Arbeitnehmer*innen. Das sind um die 90 % des verarbeitenden Gewerbes in Oelde“, so SPD-Fraktionssprecher J.-Francisco Rodriguez in seiner Begrüßung zur Bedeutung dieses Wirtschaftszweigs in Oelde.

Auch die parteilose Bürgermeisterkandidatin Karin Rodeheger, die von CDU und FDP nominiert ist und von der SPD aktiv unterstützt wird, war Teilnehmerin der Gesprächsrunde. In Ihrer derzeitigen Position als Lippstädter Kämmerin habe sie derzeit unmittelbar mit der von Robert Bange angesprochenen Krise zu tun, erläuterte sie. Was sie beunruhige, sei der schnelle Abbau von Hochtechnologie-Arbeitsplätzen in der deutschen Industrie. Beispiel sei die kürzliche Mitteilung des Unternehmens Hella aus Lippstadt, hunderte von Arbeitsplätzen in der Entwicklung abzubauen.

Zum Thema „Mobiles arbeiten“ und „home-office“ gäbe es in den Belegschaften sehr unterschiedliche Einschätzungen, wussten die Betriebsräte zu berichten. „Erst einmal kann keiner seine Drehbank mit nach Hause nehmen. Insofern sind die gewerblich technischen Beschäftigten aus der Diskussion raus und das sind in Oelde einige Tausende“, so Dimitri Kitsos. „Manche Kolleg*innen möchten ihre Arbeit einfach nicht mit nach Hause nehmen. Die möchten eine klare Trennung von Privatem und Beruflichem. Andererseits begrüßen es viele, flexibler arbeiten zu können.“ so Rita Dahn. Die Unternehmen wären vor der Pandemie keine Befürworter von flexiblen Arbeiten und erst recht nicht von home-office gewesen. Die Pandemie habe viele gelehrt, dass man seinen Beschäftigten durchaus mehr vertrauen kann, so Karola Maas. „Home-office“ müsse aber nach dieser Pandemie durch konkrete Betriebsvereinbarungen abgesichert werden, erläuterte Hedwig Jessulat, deren Unternehmen Miele die Talsohle bereits verlassen habe. Diese Talsohle war bei Jürgen Rickfelder von Tigges bedauerlicherweise noch nicht durchschritten – „Wir hoffen auf die Verlängerung der Kurzarbeiterregelung“. Beschäftigungssicherung sei bei allen Unternehmen derzeit Priorität. Das gelänge umso besser, wenn Unternehmen Betriebsräte hätten und tarifgebunden seien. „Da kann man gemeinsam viel zum Wohl des Unternehmens und seiner Beschäftigten erreichen“, so Robert Bange. Positiv sei, dass die Pandemie nicht dazu geführt habe, Ausbildungsplätze abzubauen.

Übereinstimmend fanden die teilnehmenden Betriebsräte, dass die digitale Infrastruktur insbesondere Glasfaseranbindung, noch unzureichend sei und die Kommune unter anderem das Thema Mobilität neu definieren müsse. „Wenn wir es ernst meinen mit fussgänger- und fahrradfreundlich und dem Ausbau des Bus- und Bahnverkehrs, dann müssen wir auch sagen, es gibt dann weniger Platz für den Autoverkehr. So ehrlich müssen wir sein“. Die beiden SPD- Fraktionssprecher J.-Francisco Rodriguez und Florian Westerwalbesloh versprachen die Anregungen in die politische Arbeit zu übernehmen. Gemeinsam mit Karin Rodeheger versprachen sie einen derartigen Meinungsaustausch mit den Oelder Betriebsräten in Zukunft regelmäßig zu veranstalten.

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