Leserbrief

Kommunalpolitik

Hier der in der heutigen Ausgabe der Glocke abgedruckte private Leserbrief von J.-Francisco Rodriguez im Original:

Frisch aus dem Urlaub zurück, las ich nun die Ausgaben unserer Heimatzeitung der letzten zwei Wochen. Als ich bei der Mittwochausgabe der letzten Woche ankam, musste ich einen Absatz dreimal lesen. Der Initiativkreis Wirtschaft Oelde (Iwo) nimmt darin zur geplanten Ansiedlung von Amazon Stellung. Zitat:“  Wir wünschen uns allerdings frühzeitig einen Runden Tisch ..., um darauf einwirken zu können, dass mit dem zusätzlichen Druck auf den hiesigen Arbeitsmarkt, insbesondere im Niedriglohnbereich, keine negativen Folgen für die heimischen Arbeitgeber, etwa im Handwerk, bei der Gastronomie und bei sozialen Dienstleistungen entstehen.“ Übersetzt heißt dies, der Iwo fordert, Amazon solle doch bitte nicht zu hohe Löhne zahlen, sonst könnten die - aktuell schlecht bezahlten - Oelderinnen und Oelder, die im „Niedriglohnbreich“ beschäftigt sind, ihre derzeitigen Jobs kündigen. Nun weiß der normal informierte Mensch, dass man bei Amazon wahrlich keine Reichtümer erarbeiten kann. Seit Jahren kämpft Verdi um eine bessere Tarifanbindung des Versandgiganten. Welches Menschenbild muss also beim Iwo herrschen, angesichts von  Millionen von Menschen die für Löhne arbeiten müssen, die nicht zur Teilhabe am gesellschaftlichen und kulturellen Leben reichen. Millionen von Kindern sind von Armut bedroht. Die Altersarmut wird in diesem, ach so reichen Lande, rapide wachsen, weil die Erwerbsbiographien – auch in Oelde – nicht mehr dem „Durchschnittsbeitragszahler“ entsprechen. Und, ja, auch meine SPD ist daran schuld – keine Frage. Aber Menschen höhere Einkommen durch Absprachen vorenthalten zu wollen – das hat mit den Grundwerten der sozialen Marktwirtschaft jedoch rein gar nichts mehr zu tun. Das grenzt an organisierte Ausbeutung.

 
 

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Leserbrief IWO

Der Initiativkreis Wirtschaft Oelde e.V. (IWO) hatte sich eigentlich ganz andere Aufgaben & Ziele gesetzt (siehe http://www.iw-oelde.de/ueber-uns/aufgaben-ziele/). Warum er sich dennoch in dieser Weise öffentlich äußert, scheint mir am Vereinszweck vorbei gehandelt zu sein. R.W.

Autor: Dr. Ralf Wohlbrück, Datum: 21.08.2017


 

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