Leserbrief von Dr. Ralf Wohlbrück - Entscheidung zur Zügigkeit war unausweichlich

Schule und Bildung

Die „normative Kraft des Faktischen“ entsteht – vereinfacht ausgedrückt – durch bestimmte Verhaltensweisen, welche dazu führen, dass Entscheidungsträger gar keine Alternativen mehr erhalten, etwas wirklich zu entscheiden. Zu Recht findet das Wort „alternativlos“ kaum noch Anwendung in der politischen Diskussion und es wird stattdessen vermehrt inhaltlich argumentiert. Das ist fraglos ein positives Merkmal für die Oelder Kultur der Meinungsbildung.

Auch für mich ist zweifelsfrei klar, dass der nun getroffene Beschluss für die Zweizügigkeit der Overbergschule – zum jetzigen Zeitpunkt – unausweichlich war. Dessen ungeachtet bin ich jedoch ebenso der Ansicht, dass es nicht zu dieser Situation zwangsläufig hätte kommen müssen.

Die für das Schuljahr 2014 / 2015 anzumeldenden Schüler waren der Verwaltung bereits vor dem Jahr 2013 hinlänglich bekannt. Die von Herrn Jathe jetzt vorgetragene Notwendigkeit zur Schließung einer der vier Grundschulen im Oelder Kernbereich hätte in dieser Deutlichkeit bereits vor einem Jahr thematisiert werden können bzw. müssen. Ein unausweichlich notwendiger Entscheidungsprozess wäre bereits frühzeitig in die Wege geleitet und eine effektive vorausschauende Planung vorangetrieben worden.

Nun einen Mangel den ehrenamtlichen Politikern im Rat anzulasten, halte ich für unangemessen. Wenn Herr Bürgermeister Knop den Ratsmitgliedern vorhält, sich möglicherweise vor der Kommunalwahl um das Thema herumgedrückt zu haben, ist das wohl eher eine Spekulation. Es wäre genauso unglaubwürdig, würde man in den Raum stellen, Herr Knop selbst habe sich seinerzeit zurück gehalten wegen der anstehenden Bürgermeisterwahl.

Dass Herr Knop darüber hinaus aber den Ratsmitgliedern im Zusammenhang mit dem Ratsbeschluss zum Fortbestand der evangelischen Albert-Schweitzer-Schule zum Vorwurf macht, sie hätten mit ihren eigenen Beschlüssen die Zweizügigkeit der Overbergschule selbst verursacht, halte ich gelinde gesagt für einen abenteuerlichen Versuch einen Sündenbock aufzubauen. Es ging um die Schließung der einzigen evangelischen Schule vor Ort. Wie denn bitte schön hätte ein Ratsmitglied – egal welcher Partei es angehört – in Verantwortung gegenüber den Wählern anders abstimmen können?

Die Grundschulen müssen auf Grund der rückläufigen Schülerzahlen enger zusammenrücken, das ist klar. Es wird über die Fortführung der konfessionellen Bindung der Schulen mit allen Beteiligten – insbesondere mit den Kirchenvertretern – zu sprechen sein, um ein allseits vertrauensvoll akzeptiertes Ergebnisse herbeizuführen.

Um es mit Johannes Rau zu sagen: „Versöhnen statt Spalten“. Vor allem mit Blick auf die Eltern, die ihre Kinder einschulen möchten.

 
 

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